Heute Nacht hoerte ich den Wind bereis peitschen, ich hatte natuerlich keine Vorstellung davon, wie der naechste Tag sich entpuppen wuerde.
Diesen Morgen stand ich wie an jedem Morgen um 8 Uhr auf, wusch mich, kleidete mich an und machte mir die Haare. Um 8:40 Uhr, 15 Minuten vor normaler Zeit, verliess ich die Wohnung, um gemeinsam mit Amelié zur Arbeit zu fahren, denn wir wollten noch vor dem geplanten Meeting, welches fuer 9:15 Uhr angesetzt war, aber tatsaechlich eine halbe Stunde spaeter startete, denn die Iren haben es nicht so mit genauen Zeiten, unser Fruehstueck einnehmen. Ich versuchte unsere Tuer, die Nachts von innen verschlossen ist, mit dem Schluessel im halbdunklen zu oeffnen, was mir natuerlich erst nach dem Einschalten des Lichtes gelang. Als ich die Tuer oeffnete, kam sie mir nach ca.1 Sekunde in Richtung Gesicht zurueck geschossen, sodass ich mich fragt, wer einen Grund fuer diesen Gewaltanschlag habe koennte. Nur gut, dass meine Reflexe nicht so verschlafen sind, wie ich an diesem Morgen, denn auf ein Hoernchen in meinem Gesicht, kann ich wirklich verzichten. Auf dem Weg von meiner Eingangstuer zur Eingangstuer von Amelié, der ca. 2 Meter betraegt, klatschte mir der Regen dermassen ins Gesicht, dass ich mich10 Jahre zurueck versetzt fuehlte, an jenen Tag, als ich meine Mutter mit einem Tiernamen betitelte und ich ihre Hand in meinem Gesicht wieder fand.
Wir waren sehr erleichtert, als wir uns entlich im Auto befanden und die 6 Meilen zur Einrichtung fuhren. Um nicht bis auf die Knochen nass zu werden, waren wir uns einig beim Haupteingang zu parken, denn dieser Weg erschien uns als der Kuerzeste.
Angekommen, eingeparkt und ganz schnell ausgestiegen, rannten wir ganz fix zum Eingang. Normalerweise sollte sich nun die Schiebetuer automatisch oeffnen, sie tat es aber nicht! Unsere Blicke trafen sich verzweifelt. Amelié's wie auch mein Haar stand nass zu Berge, denn der Regen kam nicht wie gewoehnlich von oben, sondern von allen Seiten, ja sogar von unten. Gluecklicherweise sah uns von drinnen heraus eine Kollegin, die uns zu einer Notausgangstuer winkte und sie oeffnete.
Das Wetter hat sich an diesem Tag nicht mehr veraendert, sodass wir nach getaner Arbeit die Beschaeftigung eines in Irland genannten "Couch potato's(Stubenhocker)" uebernahmen und es uns auf dem Sofa gemuetlich machten.
Denkt jetzt bitte nicht, dass alle Tage im November oder Dezember in Irland mit diesem Wetter ausgestattet sind. Es sollte euch nur zeigen, wie schlimm das Wetter hier sein kann. Die Leute, die mich sehr gut kennen, wissen, dass das Schlimmste was mir passieren kann, der Wind ist. Momentan haben wir fast jeden Tag Regen, aber nicht ununterbrochen, sondern mit vielen Pausen. Solange nicht Hurrikans vor meiner Tuer schlangestehen und ich einen Regenschirm benutzen kann, sind das Wetter und ich uns einigermassen sympathisch.
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